Heute bin ich Samba

Man muss kein Mitglied der SPD sein, ja, nicht einmal ihre Politik besonders gut finden, um an ihrer alljährlichen Veranstaltung im Rahmen der Berlinale teilnehmen zu dürfen – eine einfache Anmeldung via E-Mail genügt den Genossen. Und so folgten acht Menschen aus der Kirchengemeinde Lichtenrade und der näheren Umgebung dieses Jahr der Einladung zu einem gemeinsamen Filmabend im Willy-Brandt-Haus Gezeigt wurde der Film „Heute bin ich Samba“, eine französische Tragikomödie, welche erfreulich unaufgeregt die Geschichte des illegal in Frankreich lebenden Immigranten Samba erzählt. Unerwartet sachte, dabei jedoch in keiner Minute ins Seichte abschwenkend gelingt es diesem Film, den Lebensalltag des Überlebenskünstlers Samba so einzufangen, dass man bei manchen Szenen vor Lachen brüllen, bei anderen vor Betroffenheit aber auch schwer schlucken muss. Diese Kombination war es, welche dafür sorgte, dass wir mit sehr guter Laune das Willy-Brandt-Haus verließen. Nach einem kurzen Abstecher zum längst zum Kult gewordenen Currywurststand „Curry 36“ schließlich trennten sich die Wege. Es würde mich freuen, würde der Berlinale-Abend nächstes Jahr mindestens genauso schön.

Jan Rinklake